Sonntag, 22.2.2009
Hallo an alle,
am Sonntagmorgen starteten wir unsere Tour nach Uyuni. Bevor es richtig mit dem Jeep losging, mussten wir zunaechst ueber die Grenze nach Bolivien. Hier bekamen wir fuer unsere Verhaeltnisse ein erstklassiges Fruehstueck (Kaese, Schinken, Marmelade, Kaffee, Saft).
Frisch gestaerkt stiegen wir in unseren Jeep, in dem wir die naechsten drei Tage die meiste Zeit verbringen wuerden.
Insgesamt startete die Tour mit zwei Jeeps a sechs Personen. Wir teilten uns den Jeep mit einem irischen Paerchen.
Der erste Stopp machten wir an einer Lagune, deren Namen wir leider vergessen haben, aber sie war wirklich sehr beeindruckend.
Danach ging es weiter zu einer heissen Quelle - so schnell wie wir unsere Klamotten auszogen und in dem heissen Wasser plantschten, konnten die uebrigen Mitreisenden gar nicht gucken. Das Anziehen gestaltete sich als wesentlich schwieriger. Gerade auch, weil wir uns schon auf ueber 4000m Hoehe befanden und das Atmen geradzu zur Qual wurde. Wir haetten nicht gedacht, dass man beim Umziehen so schnell aus der Puste kommt.
Bei der naechsten Lagune, der Laguna Verde, kuendigte uns der Jeep-Fahrer an, dass sich das Wasser in der naechsten Viertelstunde tuerkis farben wuerde. Dies konnten zunaechst gar nicht glauben, wurden dann aber doch vom Gegenteil ueberzeugt.
Weiter ging es zu den Schwefelquellen (stink, stink)! Mit dem unglaublichen passenden Namen Sol de Mañana.
Anschliessend erreichten wir unser Quartier fuer die Nacht. Zu unserer Ueberraschung war es eine ganz nette Unterkunft, wir schliefen zwar mit sechs Leuten in einem Zimmer, hatten keine Dusche, aber dennoch waren wir positiv ueberrascht, denn die Unterkunft wurde uns vorher als sehr einfach beschrieben. Das Essen war allerdings wie in einem Vier-Sterne-Restaurant.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen ging es zu der nahegelegenen Laguna Colorado. Inzwischen auf 4278 Hoehenmetern angekommen, gestaltetete sich jede Bewegung als sehr anstrengend. Hinzu kam die Kaelte und der starke Wind, die einem das Atmen nicht gerade erleichterten.
Dennoch genossen wir die Aussicht auf die lang herbeigesehnten Flamingos und Alpacas.
Nicht nur uns, sondern vor allem Simon machte die Hoehe sehr zu schaffen, sodass er den restlichen Tag gequaelt mit fuerchterlichen Kopfschmerzen im Bett verbringen musste.
Abends sassen wir noch mit unserer Gruppe zusammen. In der Nacht war es aufgrund der Hoehe schwierig zu schlafen, sodass das gesamte Zimmer wach lag. Ausserdem herrschten draussen Temperaturen bis 5 Grad, nicht gerade angenehm, wenn man Sommer erwartet.
Montag, 23.02.2009
Morgens um 8 Uhr ging es weiter Richtung Arbol de Piedra, ein Baum aus Stein. Die Steinlandschaft war wirklich beeindruckend.
Da wir uns langsam wieder aus der Hoehe entfernten, ging es fuer Simon langsam gesundheitlich bergauf. Und auch wir konnten wieder besser durchatmen.
Nach einer endlosen Jeep-Tour, auf der wir hinten richtig durchgeschuettelt wurden, erreichten wir eine weitere Lagune, an der wir auch Mittagessen bekamen.
Eine weitere Jeep-Tour folgte, die wir aber unterwegs unterbrechen mussten, weil das naechste Baño uns zu weit entfernt erschien. Gar nicht so leicht zu leicht im Altiplano eine passende Stelle zu finden, auf der man nicht auf dem Praesentierteller sitzt :-).
Einen weiteren Zwischenstopp machten wir in einem kleinen Ort namens San Juan, in dem feststellten, dass der Karneval nicht nur bei uns gross gefeiert wird. Das ganze Dorf versammelte sich in einem Hinterhof und feierte, trank und tanzte. Ausserdem warfen die Kinder ununterbrochen mit Wasserbomben.
Gegen 17 Uhr erreichten wir unsere zweite Unterkunft, das Salzhotel. Beeindruckend - Waende, Zimmer, Moebel - alles wurde aus Salz errichtet. Auch hier bekamen wir den in Bolivien so beliebten Koka-Tee.
Da ab 22 Uhr der Strom ausgeschaltet wurde und wir am naechsten Tag sehr frueh aufstehen mussten, gingen wir sehr frueh ins Bett.
Dienstag, 24.02.2009
Mit einer einstuendigen Verspaetung, an die wir uns auf dieser Reise ja schon gewoehnt haben, ging es dann los in den Salzsee "Salar de Uyuni". Die Landschaft war unglaublich beeindruckend und man konnte sich kaum vorstellen, dass man die ganze Zeit ueber Salz faehrt.
Ein besonderes Highlight des heutigen Tages war eine im Salzsee gelegene Insel, die mit Kakteen uebersaeht war und auf der man in die unendliche Weite schauen konnte.
Da wir zur Regenzeit in Bolivien sind, war es uns moeglich, die unglaublichen Spiegelungen im Salzsee zu geniessen.
Somit erkundeten wir den Rest des Tages die kleine Stadt, genossen das einheimische Essen und warteten auf den Bus. Auch hier wurde Fasching ganz gross gefeiert, aehnlich wie bei uns waren so ziemlich alle betrunken. Auch unser Busfahrer hatte sich als Cowboy verkleidet und schien es fuer normal zu halten, den ganzen Tag Bier zu trinken. Mit einem Italiener, den wir schon auf der Uyuni-Tour kennenlernten, verbrachten wir die letzten Stunden vor Abfahrt vor dem Busunternehmen, um den Busfahrer genauer unter die Lupe nehmen zu koennen.
Irgendwie absurd, man sitzt in einer kleinen Stadt, in der selbst die Autofahrer stinkbetrunken sind und wartet auf den wiederum auch betrunkenen Busfahrer. Dabei hofft man die ganze Zeit nur, dass man heil am Ziel ankommt.
Da nicht genuegend Plaetze in einem Bus vorhanden waren, fuhren Joe und Simon in einem anderen Bus, somit hatten sie es leicht, sich ueber unseren betrunkenen Cowboy-Busfahrer lustig zu machen. Gott sei Dank begleitete uns der spanischsprechende Italiener. Der Bus war einfach, die Leute schliefen auf dem Boden, es war arschkalt, wir fuhren ueber unzaehlige Schotterpiste, dennoch erreichten wir ohne Unfall Oruro.
Dort sollten wir eigentlich in einen anderen Bus umsteigen. Doch es erwartete uns eine boese Ueberraschung. Weit und breit war kein Bus mehr zu sehen. Dank unserem Italiener haben wir die letzten Plaetze in einem anderen Bus nach La Paz bekommen. So konnten wir unsere Tour fortsetzen und mussten nicht am Bahnhof uebernachten.
Mit zwei Stunden Verspaetung erreichten wir schliesslich La Paz, ganz zum Leidwesen von Joe und Simon, die am Bahnhof auf uns warten mussten.
So ein schönes Alpaka-Photo!!! :-)
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